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Kriminelle nutzen die Verunsicherung in der Covid-19-Pandemie aus. Sie rufen ältere Menschen an, geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und nun dringend Geld benötigten. Mit folgenden Infos helft ihr euren Lieben, nicht auf sogenannte „Enkeltrick“-Betrüger reinzufallen.

Das Enkeltrick-Muster: „Rate mal wer am Telefon ist!“

Das Muster ist eigentlich immer gleich:
Hi – weißt Du, wer hier am Telefon ist? Ich brauche dringend Deine Hilfe! Kannst Du mir Geld geben?

Oder wenn es vermeintlich die Polizei ist, läuft es nach dem Motto:
Hallo, wir haben jemanden festgesetzt, den Sie kennen – er kommt nur frei, wenn sie eine Kaution bezahlen!
oder:
Wir haben festgestellt, dass Sie Opfer von Betrügern werden sollen – gleich kommt ein Kollege in Zivil und hilft ihnen!

Enkeltrick 2.0 – So wird der Betrug immer perfider

Und weil schon so viele Rentner von Enkeltricks gehört haben und vorsichtiger sind, werden auch die Betrüger gerissener und kombinieren ihre Tricks.

Da ruft dann nach einem missglückten Enkeltrick-Anruf ein vermeintlicher Polizist an und erklärt, er habe festgestellt, dass gerade ein bekannter Betrüger diese Telefonnummer gewählt habe. Der Rentner wundert sich nur kurz, denn die Freude darüber, wie schnell und effektiv die Polizei reagiert, überwiegt. Bei diesem Anruf appelliert der Anrufende an die Hilfsbereitschaft des Opfers und erklärt, dass er helfen könne, diese fiesen Betrüger dingfest zu machen.

Spätestens hier wollen die meisten Angerufenen helfen. Sobald die Betrüger diesen Punkt erreicht haben, geht’s um Geld. Spätestens an diesem Punkt ist der Angerufene so tief in der Geschichte, dass er den Betrug gar nicht mitbekommt.

Diese Tricks funktionieren sehr oft, sagt Gerhard Mainzer von Weißer Ring e.V. im Kreis Ahrweiler. Der ehemalige Polizist weiß, die Betrüger sind sehr gut ausgebildete Telefon- und Kommunikationsprofis. Sie verwickeln ihre Opfer perfide in Gespräche, weil sie empathisch, freundlich und vertrauenserweckend rüberkommen.

Flyer des Polizeipräsidiums Freiburg warnt vor Telefonbetrug mit dem sogenannten Enkeltrick (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Rolf Haid)

Highlights anhören Enkeltrick-Betrüger erkennen

Dauer

Viele setzen gezielt auf die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer, bauen ein Vertrauensverhältnis zu Ihnen auf, dann kommt zeitlicher Druck dazu. Damit die Angerufenen gar nicht erst darüber nachdenken können, was da gerade passiert. Mit diesem „Überrumpeln“ funktioniert die Masche bei nahezu Jedem. Selbst tendenziell kritische, vorsichtige Menschen lassen sich häufig einlullen.

Die Alarmglocken sollten klingeln, wenn:

  • ich einen Anrufer nicht zuordnen kann, der sich als Verwandter oder Bekannter ausgibt.
  • ein Ratespielchen startet, nach dem Motto – „Na, wer ist hier wohl am Telefon?“
  • die Polizei, aber auch das Ordnungsamt anruft, um Geld zu fordern.
  • eine 110 auf dem Telefon-Display erscheint (Mit der Notrufnummer würde die Polizei niemals anrufen).
  • ein angeblicher Versicherungsvertreter bei mir zu Hause meine Unterlagen prüfen möchte.
  • ich Bankdaten und PINs am Telefon rausgeben soll.
  • wenn ich unter Zeitdruck gesetzt werde oder sofort etwas erledigen soll.

Tipp bei verwirrenden Anrufen: Nicht drängen lassen, das Gespräch beenden

Insgesamt gilt: Nicht einschüchtern lassen! Wer sich unsicher ist, sollte das Gespräch beenden und einfach selbst bei der Polizei oder dem vermeintlichen Bekannten anrufen.

Die Polizei rät: Niemals Geld an Unbekannte übergeben!

Flyer des Polizeipräsidiums Freiburg warnt vor Telefonbetrug mit dem sogenannten Enkeltrick (Foto: picture alliance / Rolf Haid)
Flyer des Polizeipräsidiums Freiburg warnt vor Telefonbetrug mit dem sogenannten Enkeltrick picture alliance / Rolf Haid
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